vienna rulez

Montag, 5. Mai 2008

Sinnliches Wien

Frau Siller aus dem hohen Norden besuchte Wien und die Stadt war sich ihrer Verpflichtung bewusst. Mit dem Prater- sowie dem Stadtfest haben auch die beiden großen politischen Parteien Verantwortung übernommen und zum gelungenen Aufenthalt des Gastes beigetragen.

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Als beindruckender Höhepunkt des Besuchs der Hofreitschule präsentierte dieser Lipizzaner in einem atemberaubenden Solo das Kunststück des zierlichen Äppelns:

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Um schlechtem Wetter vorzubeugen, musste manchmal mehr gegessen werden, als dem Körper zuträglich war. Dieses leckere, der ärztlichen Verschreibungspflicht unterliegende Gastgeschenk mit Wasser aus dem Nord-Ostsee-Kanal linderte jedoch das Völlegefühl und war somit - neben allen anderen, die an diesen Tagen brav gefuttert haben - indirekt mitverantwortlich, dass es während des Siller'schen Wien-Aufenthalts nicht geregnet hat.

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Besonderer Dank geht an dieser Stelle jedoch an Herrn Twoblog, der in aller Stille veranlasst hatte, dass Frau Siller auch von Vertretern der Schweiz gebührend empfangen wurde:

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Trotz des dicht gedrängten Programms - vergleichbar der 5-Tage-Europa-Tour der Japaner - schwächelte Frau Siller nie und bedauerte schließlich sogar, dass sie die Siegerehrung des Skate-Contests nicht mehr miterleben konnte, weil sie sonst ihren Rückflug verpasst hätte.

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Donnerstag, 17. April 2008

Stellen Sie sich vor ....

Bei einem Spaziergang durch die Innenstadt hat Herold neulich einen Service entdeckt, bei dem es sich offenbar um ein Projekt von unternehmerisch denkenden Frauen handelt:

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Regelmäßiges mentales Coaching bringt schon nach kurzer Zeit Erfolge und kann für beinahe alle Ziele eingesetzt werden.

Diese kreative Dienstleistung der "Gesellschafterinnen" produziert Glücksgefühl und wenn man weiß, worüber sich Mädels so unterhalten, werden Frauen in Zukunft auch ihre klassischen Probleme (Blasenschwäche, Cellulite, Gewichtsprobleme, zu dünnes Haar, zu dicke Beine, zu großer Po, zu kleiner Busen, rückwärts einparken, .....) positiv bewerten. Ist das nicht ein toller Service?

Montag, 14. April 2008

Formel I im Stadtgebiet

Autofahrerclubs aller Couleur kümmern sich in fast uneigennütziger Weise um die Belange ihrer Mitglieder. So ist zum Beispiel diese Geschwindigkeitskontrolle ein spezielles Service des gleich daneben liegenden Prüfzentrums:

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zum Vergrößern anklicken

Anhand der ausgewiesenen Geschwindigkeit sollten Autofahrer bei Überschreiten der im verbauten Gebiet zulässigen Höchstgeschwindigkeit um mehr als 5 km/h unverzüglich im Prüfzentrum kontrollieren lassen, ob möglicherweise ein Defekt des Gasfußespedals vorliegt.

(Mit mehr als 150 km/h dürfte dieser Lenker die Abzweigung zum Prüfzentrum jedoch nicht mehr geschafft haben.)

Donnerstag, 10. April 2008

Die Stadt gehört Dir. *)

Demnächst ist Besuch aus Deutschland angesagt und es steht die Spanische Hofreitschule auf dem Programm. Herold ist zwar schon ein wenig in der Welt herumgekommen, aber noch nie bis zu den Lipizzanern in der Hofburg. Nach Aufspüren des Kartenbüros machte er sich daher letzten Montag auf den Weg, um Eintrittskarten für die Morgenarbeit der edlen Rösser zu besorgen.

Vom Schwedenplatz kommend, stieg er in den bereits wartenden Minibus der Linie 2A ......

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..... und wurde unfreiwillig zum Publikum der übers Handy geführten Unterhaltung des Bus-Chauffeurs mit seinem Kumpel:

Chauffeur:
„....... jo, mi hom's in den 2A strafversetzt ..... und Du bist noch im 3A?

zwischendurch in der Fahrerkabine eine monotone Lautsprecherdurchsage der Zentrale:
„756, Linienführung wie bei Staatsbesuchen.“

Chauffeur, feixend ins Handy:
„Host des g’heat? Und wie is' die Linienführung bei Staatsbesuchen? ............“

barscher Ton aus dem Lautsprecher:

„756, haben Sie gehört?“

Chauffeur, sein Telefonat unterbrechend, sachlich ins Mikrofon der Fahrerkabine:
„Ja, ich suche gerade die Linienführung.“

Lautsprecher:
„Michaelerplatz, Albertina“

Chauffeur:
„danke“

Kurz darauf setzte sich der Bus in Bewegung und nach der zweiten Kurve ertönte bereits die schmeichelweiche Ansage im Fahrgastraum:
„Sehr geehrte Fahrgäste, dieser Bus muss über den Michaelerplatz umgeleitet werden. Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit.“

Herold stieg wie vorgesehen bei der Haltestelle Herrengasse aus, peilte die Verkaufsstelle durch das polizeilich gesperrte Burgtor an, wollte sich dem Briefträger anschließen, der dem Mädchen an der Tür die Post überreichte und erfuhr bei dieser Gelegenheit, dass das Kartenbüro dieser „weltweit einzigartigen Institution“ an Montagen geschlossen ist.

Offenbar hat sich bis zum Management der Provinzgäule immer noch nicht durchgesprochen, dass in der „Weltstadt Wien“ mittlerweile sogar die Friseure ihren freien Montag aufgegeben haben.


*)Slogan der Wiener Linien

Donnerstag, 27. März 2008

Halal in Vienna

Muslime haben in der westlichen Welt kein besonders hohes Ansehen. Einer der häufigsten Vorwürfe lautet, sie seien zu wenig anpassungsbereit. Trotzdem gelingt (auch gegen die Wahlparole der rechtspopulistischen FPÖ „Deutsch statt nix verstehn“ ) immer wieder der Beweis, dass der österreichische Weg, das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher ethnischer Bevölkerungsgruppen, auf lange Sicht Erfolg hat.

Während über geglückte Integration muslimischer Mitbürger gerne berichtet wird, wird jedoch nur selten publik, dass es auch überangepasste Muslime gibt. So begegnet zum Beispiel Herolds türkische Nachbarin (mit Kopftuch) ihren übrigen HausbewohnerInnen immer mit einem freundlichen „Grüß Gott“.

Und jetzt sagen Sie selbst: Können Sie sich in Wien etwas Integrierteres vorstellen, als eine Muslimin, die am (Oster-)Sonntag mit Hund und Gratis-Zeitung spazieren geht?


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Donnerstag, 14. Februar 2008

Memories

Wien steckt so voller Denk- und Mahnmäler, dass man ihnen beinahe ständig begegnet. Vier ausgewählte Beispiele sollen Ihnen zeigen, wie man sich heute in dieser Stadt an Zeiten erinnert, die von der Kriegsgeneration, die sich als Opfer gesehen hat, gerne verdrängt werden und welche Objekte den nachfolgenden Generationen aufs Auge gedrückt wurden.

Da ist der Schwarzenbergplatz mit seinem tonnenweise aus Bronze und Marmor gefertigten Sieger-Denkmal der Roten Armee (= "Russendenkmal"), das von einem russischen Major entworfen und im Sommer 1945 nach dreimonatiger Bauzeit (so schaut's auch aus) der damaligen Generation gewidmet wurde:
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Im Sommer wird der Soldat gnädig hinter bunten Lichterfontänen des Hochstrahlbrunnens verdeckt.

Das Denkmal am Morzinplatz soll an die Schrecken der größten Gestapo-Leitstelle des Dritten Reiches erinnern, die sich an dieser Stelle befand. Der Bildhauer Leopold Grausam hat mit dem Kunstwerk seinem Namen alle Ehre gemacht:
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Hinter der Staatsoper, auf dem Albertinaplatz, befindet sich das 1988 von Alfred Hrdlicka errichtete Denkmal, ein Mahnmal gegen Krieg und Faschismus:
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Über Initiative von Simon Wiesenthal gestaltete Rachel Whiteread 2000 auf dem Judenplatz diesen Quader für „Wien, den Geburtsort des modernen Antisemitismus":
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Allen diesen Denkmälern ist gemeinsam, dass sie auf sehr schönen Plätzen errichtet wurden und die Wiener jedes Mal lautstark ihren Unmut darüber geäußert haben (das Schwarzenbergdenkmal wäre 1962 sogar beinahe einem Bombenanschlag zum Opfer gefallen). Nichts desto trotz haben sich die Menschen hier aufgrund ihrer Laissez-faire-Mentalität im Laufe der Jahre aber doch immer noch mit allen Bauwerken arrangiert......

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Mit dem Gig in Wien

Weihnachten ist die Zeit der Wünsche. Während derjenige, welcher einem anderen etwas wünscht, keinen Einfluss auf die Erfüllung dieses Wunsches hat, kann die Verwirklichung von Wünschen betreffend die eigene Person aktiv unterstützt werden (zum Beispiel durch Radfahren, wenn der Wunsch besteht, gesund zu bleiben).

Radfahren ist cool, sinnlich, gesund und in Hinblick auf den Klimaschutz zudem sinnvoll. Auch in Wien ist die Zahl der Pedalritter steigend, obwohl es ihnen hier nicht immer leicht gemacht wird (aber das ist eine andere Geschichte).

Wiens Bürgermeister Häupl wird zwar kaum jemals in den Verdacht geraten, persönlich in die Pedale zu treten, hat jedoch im Hof seines Amtssitzes folgenden Wunsch deponiert:

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Der Wiener Schmäh ist indes sowohl berühmt-berüchtigt als auch unübertroffen: Häupl verschweigt auf seinem Wunschzettel nämlich wohlweislich, dass die Fahrräder gut angekettet sind.

Donnerstag, 15. November 2007

Das ist die schrillste Zeit im Jahr

Immer Anfang November beginnt es auf dem Wiener Rathausplatz zu weihnachten: Die Fassade des Rathauses wird zum Adventkalender (heuer springt angeblich am 24. der Bürgermeister aus dem Fenster) und der Christbaum wird aufgestellt. Ein paar Tage lang wird dann fleißig geleimt und gesägt, aber am 17. November steht der Baum wieder wie neu, mit mehr als tausend Glühlampen geschmückt, und dann findet die Illuminierung traditionell mit Punsch und dem Rathauschef statt.

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zum Vergrößern anklicken

Dazu gibt es recht gemütliche Behausungen, Stuben eigentlich, und unsere lieben Geschäftsleute arbeiten im warmen Mantel, damit Ochs und Esel zeitgerecht das Wunder bestaunen können.

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Wenn dann endlich alles so weit ist, beginnt die Zeit der köstlichen Gerüche: Es duftet nach Langos sowie altem Frittieröl, nach Bratwurst und billigem Fusel.

Bald ist's so weit, macht euch bereit, bis Weihnachten ist's nicht mehr weit!

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Montag, 15. Oktober 2007

Es grünt so grün

Grünflächen haben in der Großstadt eine zentrale Bedeutung als Naherholungsgebiet. Je trister die Wohnumgebung, desto wichtiger die Grünfläche.

Man stelle sich eine vierspurige, von Häusern gesäumte Straße mit Tankstelle vor: Hier hat der Tankstellenbetreiber mit Organisationstalent und Engagement eine grüne Oase im Ausmaß von ca. 20 Quadratmetern geschaffen, wo Sie sich mit einem Buch auf die Wiese setzen, oder ausgiebig zwischen den Entlüftungs- und Wartungsschächten der anliegenden Tankstelle flanieren können.

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Dieses wunderschöne Stück Natur kann daher sowohl als Zufluchtsort als auch als ökologischer Wert inmitten der lärmenden Metropole Wien gelten.

Montag, 24. September 2007

Französisch in Wien

Während die Ergebnisse der ersten "PISA-Studie" im Jahre 2000 für das österreichische Volk noch überraschend bis unfassbar waren, werden die Missstände im Ausbildungssystem jetzt peu à peu auch öffentlich sichtbar:

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Vielleicht ist der Wiener Stadtverwaltung bei dieser „Passag“ aber auch nur ein Analogiefehler zur singenden »Opera Toilet« passiert. Diese Touristen-Abzocke befindet sich rechts unten und hat letztes Jahr durch eigenwillig designte Urinale Schlagzeilen gemacht.

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Lo - 2017.05.24, 11:19
was ist mit vollen container...
wollte nur fragen ob der Container voll wäre von müllsäcken...
Haruhi suzumiya - 2016.10.11, 20:03
I am the new girl
This is very interesting, You are a very skilled blogger....
women for sex (Gast) - 2015.11.18, 05:04
Der
Container würde dann wie das Leben geliefert: voller...
pathologe - 2015.09.09, 07:44
voller Müllcontainer?...
Hi. Ich möchte wissen was es mit dem satz auf sich...
Haruhi suzumiya - 2015.09.08, 17:21
Müllcontainer
Wollte fragen wie das mit dem vollen container gemeint...
Haruhi suzumiya - 2015.06.04, 15:24

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