du holde kunst

Sonntag, 28. Juni 2009

Tote Hose

Vernissagen sind Veranstaltungen, die man oft nur mit viel Sekt übersteht, bei denen vom Besucher jedoch erwartet wird, dass er sich zumindest die Eröffnungsrede anhört, bevor er sich dem Buffet widmet. Herold hat neulich wieder so ein Event besucht und musste feststellen, dass das kunstsinnige Publikum nicht von den Gemälden an der Wand in Bann gezogen wurde, sondern zwei Gebrauchsgegenstände am Nylonfaden die Aufmerksamkeit auf sich zogen:

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Und im Unterschied zu anderen Festen dieser Art, bei denen allenfalls vorhandenes Interesse maximal mit einem schief gehaltenen Kopf angedeutet wird, kramte so mancher Kunstbeflissene beim Blick ins Objekt in Erinnerungen:

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Samstag, 6. Juni 2009

Schüssel & Co außerhalb vom Zoo

Herold erhielt letzte Woche eine Einladung zum Sommernachtskonzert, mit der Aufforderung, seinen Platz bis spätestens 20.30 Uhr einzunehmen.

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Der Sinn dieser Strafverschärfung wurde jedoch bereits gegen 20.00 Uhr erkennbar, als das gemeine Volk mit seiner Vergnügungssucht den Zutritt zum VIP-Eingang unmöglich machte. Dazu passend auch die lange Pause zwischen Begrüßungsapplaus und Erscheinen des Dirigenten, die durch den verzweifelten Ruf „Zurücktreten, ich bin der Dirigent!“ mit der typischen Antwort einer Wiener Security „Das kann jeder sagen.“ unterbrochen wurde.

Zu Beginn der Übertragung wummerten noch die Bässe, die Pausen zwischen den einzelnen Sätzen der „Kleinen Nachtmusik“ wurden dann von Schüssel & Co eifrig beklatscht. (Gerüchten zufolge ersuchte HBP, am Rande Platz nehmen zu dürfen, damit er schnell das Örtchen aufsuchen könne, falls eine wichtige Entscheidung anstehe.)

Während der zweiten Darbietung tätigte Herolds Vordermann ein Telefonat und die ersten VIPs verließen das Areal. Im Laufe des Konzerts wurde es ungemütlich kalt, Herold schob sich dankbar ein Konzertprogramm zwecks Kälteisolierung unter den Hintern und dachte wehmütig an sein gemütliches Zuhause, und als beim Strauss-Walzer die Sitznachbarin zu schunkeln begann, war auch das Ende bereits absehbar.

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Weil es sich beim Orchester um keine Schweizer Band handelte, verweigerte Swatch die Schirmherrschaft und Rolex musste in die Bresche springen:

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Zum Dank, dass Herold diesen Abend gesund überstanden hat, verbrachte er die gestrige lange Nacht im windgeschützten Inneren von Kirchen.

Donnerstag, 26. Juni 2008

Komm, sing mit!

In ein paar Tagen ist die Euro 2008 vorbei und der Knebelvertrag mit der UEFA beendet. Anschließend wird es noch eine Veröffentlichung der Bilanz der Toten geben, danach können österreichische Fußballfans wieder ungestört von Cordoba träumen.

Freunde der Volksmusik werden die Euro 2008 jedenfalls in guter Erinnerung behalten, sind doch die extra dafür komponierten Melodien richtige Ohrwürmer. Am Tag des Spieles Deutschland:Polen wurde in der Stadt zum Beispiel „Ohne unsre Autos wärt ihr gar nicht da“ mit dieser Melodie gesungen, und wegen folgendem sowohl zeitlosen als auch hitverdächtigen Song unserer deutschen Freunde hat Herold am dritten Spieltag sogar den Ausstieg aus der U-Bahn verpasst:

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425 kb wmv

Und wie heißt Ihr Euro-Lieblingslied?

Montag, 1. Oktober 2007

Cha Cha Cha

Als Herold neulich wieder einmal eines seiner bevorzugten Geschäfte für Schnäppchen im Bereich der Fotografie aufsuchen wollte, hatte das Lokal zu seiner großen Überraschung den bisherigen Geschäftsgegenstand geändert:

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zum Vergrößern anklicken

Zwar geht aus dem Plakat nicht hervor, ob es sich bei der geplanten Neueröffnung um eine Tanzschule handelt (Strip-Dance ist neben Mode- und Turniertanz ein Gesellschaftstanz), fest steht jedoch, dass ein künstlerisch veranlagter Passant seine Idee zu einer Tanzhaltung visualisiert und damit das Strip-Foto zu einem Comicstrip gemacht hat.

Montag, 18. Juni 2007

Sieben auf einen Streich

Im Künstlerhaus Wien ist noch bis 26. August 2007 die Wanderausstellung der zentralchinesischen Terrakotta-Armee zu besichtigen:
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Die 12 Euro Eintrittspreis können Sie allerdings sinnvoller für einen Besuch im Asia-Restaurant „Bamboo“ (Wien 5., Margaretenstraße 51) anlegen. Denn die weltberühmten Terrakottakrieger aus dem Grab des ersten chinesischen Kaisers - Qin Shi Huang Di – sehen Sie dort in gleicher Qualität wie die Replikate im Künstlerhaus, jedoch gratis. Und weil für den Durchschnittseuropäer ohnehin alle Chinesen (für unsere deutschen Nachbarn: Schinesen) gleich aussehen, fällt auch nicht ins Gewicht, dass im Bamboo nur sieben Krieger stehen.
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Gleichzeitig können Sie sich am Buffet während der Happy Hour (Mo-Fr 15.00 bis 17.00 Uhr) um wohlfeile Euro 6,90 Ihr Menü selbst zusammenstellen. Die verschiedenen, von Ihnen gewählten Rohzutaten (Fleisch, Fisch, Gemüse, Nudeln) werden mit der Sauce Ihrer Wahl blitzschnell im Wok oder auf dem Teppanyaki-Grill zubereitet.
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Falls Sie jedoch auf den China-Kitsch im Museums-Shop nicht verzichten wollen, machen Sie doch nach dem Restaurantbesuch zur Linderung des wohligen Völlegefühls einen Spaziergang durch den 5. Bezirk. Dort gibt es jede Menge Altwarenhändler, bei denen Sie genauso fündig werden.

Donnerstag, 26. April 2007

Phantastische Kunst

krecirQuelle: Internet, Repro: Herold


Tschechische Medien sind einem groß angelegten Kunstskandal auf die Spur gekommen. Demnach soll der tschechische Maler "Prof. Bohumil Samuel Kecir", dessen Bilder auch in Deutschland und Österreich gehandelt werden, nie gelebt haben.

Laut der Prager Zeitung "Lidove noviny" sei die Biografie des angeblich 1904 geborenen Künstlers, der unter Nazis und Kommunisten gelitten habe und 1987 in einer Heilanstalt gestorben sei, völlig erfunden.

Und nun der Clou aus Wien:
Während tschechische Kunstexperten von einem offensichtlichen Betrug sprechen, wies der Wiener "Kecir-Spezialist" Erich Tromayer, der über den angeblichen Maler ein Buch geschrieben hatte, den Verdacht zurück. Er habe Kecir zwar nicht persönlich gekannt, der Künstler habe aber tatsächlich gelebt, sagte Tromayer ........

Montag, 26. Februar 2007

Der kleine Schweizer und die große Kunst

canar

Gestern ist im Museum Essl die Ausstellung „emerging artists“ zu Ende gegangen, die einen guten Einblick in das aktuelle Kunstschaffen der Schweizer gab.

In dieser Schau wurden u.a. ein Pappendeckel-Wellensittich, Tagebuch-Aufzeichnungen der wichtigsten Ereignisse vom vergangenen Jahr und das Video mit einer Asiatin namens Heidi gezeigt, die dem Betrachter die Eigenarten des Schweizer Volkes mit viel Mitgefühl näherbringt.

So hat Herold mit dem Besuch der Ausstellung zwar keine persönliche Bereicherung erfahren, mit der Eintrittskarte für diese Sammlung aber immerhin (noch) mehr Toleranz für Herrn Twoblog und dessen Vorliebe für künstlerische Fotografie erworben.

Donnerstag, 7. Dezember 2006

Keine Langeweile im Büro

Allen Vorurteilen zum Trotz können auch Menschen, die „nur im Büro“ arbeiten, ihre künstlerischen Begabungen dort entdecken und sogar ausleben. Da die meisten Schreibtischtäter schon allein mit ihrer Nine-to-Five-Anwesenheitspflicht täglich ihre Leidensfähigkeit unter Beweis stellen, sind viele – freilich ohne es zu wissen – für Sado-Maso-Kunst prädestiniert.

Am folgenden Beispiel sehen Sie, wie einfach Kunst mit verschiedenen Gegenständen aus dem Büroalltag herzustellen ist:

Man nehme je zwei Filz- und Bleistifte, zwei Bleistiftspitzer sowie eine Klammermaschine und begebe sich zu einem Kollegen/einer Kollegin, dessen/deren Verhältnis von gegenseitiger Antipathie geprägt ist. Nach höflicher Bitte um Hilfe zur Bewältigung einer schwierigen Aufgabe wird man beobachten, wie nach Darstellung des Problems der ursprünglich unwillige Gesichtsausdruck innerhalb weniger Sekunden verschwindet und einem eine bislang nicht gekannte Hilfsbereitschaft entgegenschlägt.

Während der Maso-Typ nun die Gegenstände in seinen Körperöffnungen beherbergt, sorgt die Sado-Persönlichkeit dafür, dass die verschiedenen Objekte tief genug eingeführt werden. Das Endprodukt könnte dann – ohne lange Einarbeitungszeit – zum Beispiel so aussehen:

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Anleitungen für weitere Spiele finden Sie bis 11.02.07 in „keep a cool head“ im Wiener MUMOK (kein Sado-Maso-Club).

Montag, 30. Oktober 2006

Die Verschwörung

Sicher erinnern Sie sich an Theodor v. Fontanes Ballade "Die Brücke am Tay", speziell an die Stelle, wo die drei Hexen zueinander sagen "Wann kommen wir drei wieder zusamm'?" und beschließen, die Brücke am Tay samt darüberfahrendem Zug einstürzen zu lassen.

Bei einem Spaziergang im Belvedere hat Herold mit Schaudern festgestellt, dass die drei Mädels wieder zusamm' gekommen sind.

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Welche Katastophe wird nun über uns hereinbrechen? Das Szenario wurde ja offenbar bereits detailliert ausgearbeitet......

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Donnerstag, 6. Juli 2006

Der goldene Schnitt

In Herolds Betrieb wird in regelmäßigen Abständen zum Schauen und Kaufen von Originalen meist junger Künstler eingeladen. Vernissagen kosten nicht viel, dienen zur Imagesteigerung und dazu, die Kunden davon zu überzeugen, dass es der Firma nicht nur ums Geld geht. Einer der Gründe der immer wiederkehrenden Erfolge dieser Veranstaltungen ist das erstklassige Buffet .....

Die Besucher sind großteils immer dieselben, Alkohol gibt’s so viel, bis jedes Bild schön ist und zum Drüberstreun eine moderne oder klassische musikalische Einlage. Mitarbeiter, die hungrig sind oder punkten wollen, kommen kurz vorbei und äußern sich lobend, das kann nie schaden. Die Künstler sind meist unbekannt bis unbedeutend und trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Werke gekauft werden.

Eine besondere Bewandtnis hat es jedoch mit folgendem Bild:


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Nach seinem Erwerb durch Herolds Ober-Boss lehnte es einige Wochen an der Wand und wartete darauf, zum Rahmen und Verglasen abgeholt zu werden.

Je öfter Herold es betrachtete, desto beklommener wurde ihm zumute. Eines Tages erblickte er daneben auf dem Schreibtisch diverse bunte, selbstklebende Punkte, wie sie zum Markieren bestimmter Ordner verwendet werden. In seiner Not wählte er einen leuchtend-blauen und platzierte ihn spontan in die rechte untere Hälfte. Gleichzeitig taufte er das Bild „Blaupunkt“ und so hängt es heute noch im zweiten Stock: gerahmt und hinter Glas, düster und unauffällig, aber mit leuchtend blauem Punkt.

Der Ober-Boss war nach der Rahmung richtig stolz auf seine Kunstsachverständigkeit und beglückwünschte sich zu diesem Erwerb, den er eine zeitlang sogar in sein Zimmer hängte.

Mittlerweile findet auch Herold Gefallen am Gemälde und an der vom Künstler gewollt erzeugten Spannung zwischen violetter Blume und blauem Punkt.

Fazit: mit Hilfe der Regel des goldenen Schnitts wird so manches Bild durch eine unauffällig angebrachte Applikation optisch aufgewertet und geht unter Umständen sogar als Kunstwerk durch.

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