vienna rulez

Donnerstag, 6. November 2008

Brand aus!

Unweit der WKO, die Selbständige mit ihren Pflichtbeiträgen „gebrannt“ haben, steht auf der Wiedner Hauptstraße 60 b ein Haus, das im Mittelalter ein Kloster war. (Im Garten sieht man noch den Chor der Kirche.)

Unter Joseph II wurde aus dem Bauwerk eine berüchtigte Spielhölle, die von den meisten Besuchern „abbrennt“ verlassen wurde. Seit damals wird das Objekt von den Wiednern "das abbrennte Haus" genannt.

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In den zwanziger Jahren war hier das Heim der Sozialistischen Arbeiterjugend, wo Bruno Kreisky immer in einem blauen Gabardineanzug erschien, damit ihm seine Eltern den Besuch in der Tanzschule Elmayer glaubten.

Seit 1976 befindet sich in dem Gebäudekomplex das Theater "Freie Bühne Wieden“, in dem von Annemarie Düringer über Chaim Eisenberg bis Yaacov Shapiro Akteure aus verschiedensten Bereichen spielten - auf jeden Fall eine brandheiße Adresse!

Montag, 3. November 2008

Es war einmal

Wie auch Herr Sokrates schon berichtet hat, ist seit 26. Oktober das Ringelspiel der Wiener Straßenbahnlinien 1 und 2 Geschichte. Wer jetzt den 1. Bezirk umrunden will, muss umsteigen.

Besonders hart betrifft diese Umstellung jene, welche im geschützten Bereich eines öffentlichen Verkehrsmittels ein Schläfchen abhalten und danach trotzdem nicht JWD aufwachen wollen:

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Für Touristen besteht jedoch kein Grund zur Verzweiflung: Die "1-er-Tour“ kann man ohne Weiteres zu Fuß erledigen und ab Anfang April wird als neue Abzocke eine eigene Touristen-Bim um den Ring fahren.

Montag, 27. Oktober 2008

Dabei sein ist alles!

Herold hat letzten Samstag am 5. Wiener Fotomarathon teilgenommen. 1.200 durch das Starterkit leicht zu identifizierende Teilnehmer jagten von 9.00 bis 21.00 Uhr mit Fototaschen, Rucksäcken, Fototrolleys und Stativen durch die Stadt, um 24 vorgegebene Themen in festgelegter Reihenfolge visuell umzusetzen.

Die letzte Aufgabe lautete: „Alles dreht sich“

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(Dies war die erste Version, Herold hat schließlich doch noch ein besseres Motiv gefunden.)

Als Herold um 19.00 Uhr (in jeder Hinsicht fertig) seinen Chip abgab, hatten bereits 200 Kandidaten w. o. gegeben - ein Platz unter den ersten 1.000 ist ihm somit sicher.

Donnerstag, 5. Juni 2008

Kleinkrieg der Plakatierer

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Was Sie hier sehen, ist sowohl ein Paradoxon als auch eine innovative Werbekampagne der Plakatfirma Gewista (= der Gemeinde Wien nahestehendes Unternehmen mit dem Monopol auf Rolling Boards, Plakate, City-Lights, Litfaßsäulen etc.).

Weil die Stadtväter freies Plakatieren als Belästigung empfinden, wurde der Firma mit dem sinnigen Namen „Kultur:Plakat“ (eine 70-%-Tochter der Gewista) der Auftrag erteilt, alle illegalen Plakate - also nicht von der Gewista angebrachte - durch Überkleben zu "entfernen".

Montag, 2. Juni 2008

Wohin werden Sie strullen?

Nur noch 27 Tage, dann ist die Fußball-EM vorbei.

Bis es aber so weit ist, werden sich ab nächste Woche täglich 100.000 Besucher freiwillig von irgendwelchen Typen abgreifen und ihre Getränke wegnehmen lassen und dafür einen halben Liter Bier um 4,50 Euro und Wasser um 3,00 Euro kaufen (900 bzw. 2000 % teurer als im Supermarkt). Ende Juni werden im Bereich der Fan-Zone die Bäume ihre braunen Blätter fallen lassen, denn das Areal wird trotz der 1.200 WC-Anlagen (die Telefonzellen und Hauseingänge nicht eingerechnet) zugepisst sein.

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Die Kroaten werden Österreich hinauskicken, gegen Deutschland haben die Ösis sowieso keine Chance und auch Polen ist für unsere Fußball-Schlaffis unschlagbar.

Österreich nimmt an der EM daher vorwiegend als Veranstalter teil. Die Leidtragenden sind aber nicht die Fußballfans, sondern die Wiener und Städte-Touristen: Bei der größten Stadtverschandelungs-Aktion seit Menschengedenken ist in den nächsten Wochen die ganze Stadt im Ausnahmezustand und in Geiselhaft fanatischer Fußball-Freaks.

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zum Vergrößern anklicken

Alternativen zur EM sind ein Aufenthalt außer Landes sowie diese Plattform mit Veranstaltungstipps und anderen Ausweichmöglichkeiten.

Montag, 5. Mai 2008

Sinnliches Wien

Frau Siller aus dem hohen Norden besuchte Wien und die Stadt war sich ihrer Verpflichtung bewusst. Mit dem Prater- sowie dem Stadtfest haben auch die beiden großen politischen Parteien Verantwortung übernommen und zum gelungenen Aufenthalt des Gastes beigetragen.

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Als beindruckender Höhepunkt des Besuchs der Hofreitschule präsentierte dieser Lipizzaner in einem atemberaubenden Solo das Kunststück des zierlichen Äppelns:

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Um schlechtem Wetter vorzubeugen, musste manchmal mehr gegessen werden, als dem Körper zuträglich war. Dieses leckere, der ärztlichen Verschreibungspflicht unterliegende Gastgeschenk mit Wasser aus dem Nord-Ostsee-Kanal linderte jedoch das Völlegefühl und war somit - neben allen anderen, die an diesen Tagen brav gefuttert haben - indirekt mitverantwortlich, dass es während des Siller'schen Wien-Aufenthalts nicht geregnet hat.

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Besonderer Dank geht an dieser Stelle jedoch an Herrn Twoblog, der in aller Stille veranlasst hatte, dass Frau Siller auch von Vertretern der Schweiz gebührend empfangen wurde:

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Trotz des dicht gedrängten Programms - vergleichbar der 5-Tage-Europa-Tour der Japaner - schwächelte Frau Siller nie und bedauerte schließlich sogar, dass sie die Siegerehrung des Skate-Contests nicht mehr miterleben konnte, weil sie sonst ihren Rückflug verpasst hätte.

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Donnerstag, 17. April 2008

Stellen Sie sich vor ....

Bei einem Spaziergang durch die Innenstadt hat Herold neulich einen Service entdeckt, bei dem es sich offenbar um ein Projekt von unternehmerisch denkenden Frauen handelt:

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Regelmäßiges mentales Coaching bringt schon nach kurzer Zeit Erfolge und kann für beinahe alle Ziele eingesetzt werden.

Diese kreative Dienstleistung der "Gesellschafterinnen" produziert Glücksgefühl und wenn man weiß, worüber sich Mädels so unterhalten, werden Frauen in Zukunft auch ihre klassischen Probleme (Blasenschwäche, Cellulite, Gewichtsprobleme, zu dünnes Haar, zu dicke Beine, zu großer Po, zu kleiner Busen, rückwärts einparken, .....) positiv bewerten. Ist das nicht ein toller Service?

Montag, 14. April 2008

Formel I im Stadtgebiet

Autofahrerclubs aller Couleur kümmern sich in fast uneigennütziger Weise um die Belange ihrer Mitglieder. So ist zum Beispiel diese Geschwindigkeitskontrolle ein spezielles Service des gleich daneben liegenden Prüfzentrums:

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zum Vergrößern anklicken

Anhand der ausgewiesenen Geschwindigkeit sollten Autofahrer bei Überschreiten der im verbauten Gebiet zulässigen Höchstgeschwindigkeit um mehr als 5 km/h unverzüglich im Prüfzentrum kontrollieren lassen, ob möglicherweise ein Defekt des Gasfußespedals vorliegt.

(Mit mehr als 150 km/h dürfte dieser Lenker die Abzweigung zum Prüfzentrum jedoch nicht mehr geschafft haben.)

Donnerstag, 10. April 2008

Die Stadt gehört Dir. *)

Demnächst ist Besuch aus Deutschland angesagt und es steht die Spanische Hofreitschule auf dem Programm. Herold ist zwar schon ein wenig in der Welt herumgekommen, aber noch nie bis zu den Lipizzanern in der Hofburg. Nach Aufspüren des Kartenbüros machte er sich daher letzten Montag auf den Weg, um Eintrittskarten für die Morgenarbeit der edlen Rösser zu besorgen.

Vom Schwedenplatz kommend, stieg er in den bereits wartenden Minibus der Linie 2A ......

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..... und wurde unfreiwillig zum Publikum der übers Handy geführten Unterhaltung des Bus-Chauffeurs mit seinem Kumpel:

Chauffeur:
„....... jo, mi hom's in den 2A strafversetzt ..... und Du bist noch im 3A?

zwischendurch in der Fahrerkabine eine monotone Lautsprecherdurchsage der Zentrale:
„756, Linienführung wie bei Staatsbesuchen.“

Chauffeur, feixend ins Handy:
„Host des g’heat? Und wie is' die Linienführung bei Staatsbesuchen? ............“

barscher Ton aus dem Lautsprecher:

„756, haben Sie gehört?“

Chauffeur, sein Telefonat unterbrechend, sachlich ins Mikrofon der Fahrerkabine:
„Ja, ich suche gerade die Linienführung.“

Lautsprecher:
„Michaelerplatz, Albertina“

Chauffeur:
„danke“

Kurz darauf setzte sich der Bus in Bewegung und nach der zweiten Kurve ertönte bereits die schmeichelweiche Ansage im Fahrgastraum:
„Sehr geehrte Fahrgäste, dieser Bus muss über den Michaelerplatz umgeleitet werden. Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit.“

Herold stieg wie vorgesehen bei der Haltestelle Herrengasse aus, peilte die Verkaufsstelle durch das polizeilich gesperrte Burgtor an, wollte sich dem Briefträger anschließen, der dem Mädchen an der Tür die Post überreichte und erfuhr bei dieser Gelegenheit, dass das Kartenbüro dieser „weltweit einzigartigen Institution“ an Montagen geschlossen ist.

Offenbar hat sich bis zum Management der Provinzgäule immer noch nicht durchgesprochen, dass in der „Weltstadt Wien“ mittlerweile sogar die Friseure ihren freien Montag aufgegeben haben.


*)Slogan der Wiener Linien

Donnerstag, 27. März 2008

Halal in Vienna

Muslime haben in der westlichen Welt kein besonders hohes Ansehen. Einer der häufigsten Vorwürfe lautet, sie seien zu wenig anpassungsbereit. Trotzdem gelingt (auch gegen die Wahlparole der rechtspopulistischen FPÖ „Deutsch statt nix verstehn“ ) immer wieder der Beweis, dass der österreichische Weg, das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher ethnischer Bevölkerungsgruppen, auf lange Sicht Erfolg hat.

Während über geglückte Integration muslimischer Mitbürger gerne berichtet wird, wird jedoch nur selten publik, dass es auch überangepasste Muslime gibt. So begegnet zum Beispiel Herolds türkische Nachbarin (mit Kopftuch) ihren übrigen HausbewohnerInnen immer mit einem freundlichen „Grüß Gott“.

Und jetzt sagen Sie selbst: Können Sie sich in Wien etwas Integrierteres vorstellen, als eine Muslimin, die am (Oster-)Sonntag mit Hund und Gratis-Zeitung spazieren geht?


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