Freitag, 27. Januar 2006

Heute kann ich nichts als weinen,

ich habe ein gar zu empfindsames Herz.
(Brief Mozarts aus München an den Vater, 1778)

Mozart-Freunde aus aller Welt feiern heute gemeinsam mit den Salzburgern den 250. Geburtstag und haben dabei ganz vergessen, dass der Musiker zu Lebzeiten mit einem Fußtritt aus der Stadt gejagt wurde, die er danach nie wieder betreten hat.

Sein beliebtestes Werk, die "Kleine Nachtmusik", ist kurz - vor allem dann, wenn man nur den ersten Satz kennt - und trotzdem ist es dem Tourismus und der Industrie ein Leichtes, das Jubiläum voll auszuschöpfen:

Es gibt Mozart-Nahrung und -Genussmittel wie Symphonie-Streichkäse, Mozartwurst, Mozartlikör etc., aber auch Textilien und sonstiges Zubehör aller Art. Was jetzt (vielleicht) noch fehlt, sind Kondome und Vibratoren mit Lockenkopf sowie eine Ringstraßenparade in Wien, bei der Mozartäpfel hinterlassende Lippizaner von trällernden Sängerknaben geritten werden, die Mozarttaler in die jubelnde Menge werfen:

lippizaner
Bildquelle: dastierda

Wenn Mozart sehen könnte, was für Schindluder mit seinem Namen getrieben wird, er würde sich im Massengrab umdrehen.

Zumindest hat sich aber gezeigt, dass manche unserer noch lebenden großen Helden nur Opportunisten sind, wenn auch Schwarzenegger in einem Punkt mit Mozart vergleichbar ist: Beide haben/hatten es in ihrer Heimat schwer.
Der große Unterschied: Mozart wurde nach seinem Tod berühmt, Schwarzenegger wird nach seinem Tod bald in Vergessenheit geraten.

Zum Glück dauert das Mozart-Jahr aber nur noch elf Monate, sonst müsste sich Herold womöglich mit einer Mozartkugel entleiben.

Trackback URL:
http://herold.twoday.net/stories/1473112/modTrackback

thoughtso - 2006.01.27, 07:01

Ist es nicht das Los sehr vieler Künstler, dass sie erst nach ihrem Tod berühmt geworden sind?
Wie viele von ihnen haben in absoluter Armut gelebt und wurden zu ihren Lebzeiten nur verlacht.

herold - 2006.01.27, 07:11

und die vermarkter sind millionäre geworden.
thoughtso - 2006.01.27, 07:54

Daran sieht man, dass sich halt jeder selbst der Nächste ist. Jeder denkt nur an seinen eigenen Vorteil. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Auf der anderen Seite denke ich aber auch, dass die Herren Künstler selbst auch in Saus und Braus gelebt hätten, wenn ihre Kunst zu ihren Lebzeiten bereits anerkannt worden wäre. Auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel.
dnepr - 2006.01.27, 07:29

nicht die wiener haben mozart aus der stadt gejagt,

sondern die obrigkeit. und vielleicht feiern wir (ne quatsch ich bin ja kein wiener) ich meine ihr, sagen wir mal in so ca. 200 und ein paar Jahren ,den ein oder anderen fotografen. der zu erst in wien seine bilder ausgestellt hat. natürlich ohne zu erwähnen das die bilder auch ganz schnell wieder abgehängt wurden.

herold - 2006.01.27, 16:33

bei dem maler nitsch scheint es sich ja gerade umgekehrt zu verhalten .......
sokrates2005 - 2006.01.27, 07:51

Interessant ...

welche Gedanken einem heute so kommen.
Jandl hätte gesagt: Werch ein Zufall ...

herold - 2006.01.27, 08:52

jandl hätte noch anderes auf lager gehabt!
Perdi - 2006.01.27, 08:11

Gut, dass sie....

uns gestern gewarnt haben!
Es ist ja noch schrecklicher, als befürchtet!

Nichtsdestotrotz, danke ich Neffe, für die wunderschöne Morgenmusik und wünsche einen schönen Tag!

WOHER wissen Neffe, dass es keine V. mit Lockenkopf gibt?

edit: nicht gerne! Da kennt sich ja keiner aus! Und was ist mit ihrem, da oben? *gg*

Miaka - 2006.01.27, 08:18

perdi perdi, diese frage wollte ich auch gerade stellen:) *g*
herold - 2006.01.27, 08:51

@perdi & @miaka -> google liefert kein entsprechendes ergebnis!
Miaka - 2006.01.27, 08:55

was täte man(n) bloß ohne google?...
Perdi - 2006.01.27, 08:57

na dann,....

basteln wir halt selbst einen! ;o)
herold - 2006.01.27, 09:05

@perdi seien Sie bitte so nett und und kürzen das bezügliche wort in Ihrem ersten kommentar durch "V." ab
herold fällt sonst der zensur zum opfer!
herold - 2006.01.27, 16:30

tantchen,

die sache mit der zensur ist ausgestanden, Sie dürfen ab sofort alle worte wieder ausschreiben, damit keine verwechslungen mit zb "violine" entstehen.
neo-bazi - 2006.01.27, 16:41

Also in Deutschland schreibt man so ein Teil mit F nicht mit V.
Oder meinte Tantchen eine Vagina?
herold - 2006.01.27, 16:41

bazi, verwechseln Sie da nicht etwas?
derbaron - 2006.01.27, 16:47

Neobazi, Violine schreibt man mit V, Sie verwechseln das mit der Geige, welche auch in der Schreibweise mit F bekannt ist.
herold - 2006.01.27, 16:48

oje, hoffentlich beginnt der herr baron jetzt nicht zu fideln, sonst wird die mozart-milch in den regalen sauer. ;-)
Neo-Bazi (Gast) - 2006.01.27, 18:45

Bitte verzeihen Sie, meine Damen und Herren, Opa meinte, das Tantchen spräche vom Gegenstück zum Vibrator mit Locken drumherum. Jetzt bin ich ganz zerknirscht.
neo-bazi - 2006.01.27, 18:49

DerBaron hat natürlich recht, Feige paßt auch.
twoblog - 2006.01.27, 09:08

Wie schön.

Wenn Sie meinen neuen Artikel lesen, dann werden Sie sich gut vorstellen können, dass ich bei Ihrer Musik (von Mozart) gerade meine Mozartkugel geniesse. Möchten Sie auch eine?

herold - 2006.01.27, 09:13

Sie meinen wegen der entleibung!?
twoblog - 2006.01.27, 09:18

Musste googeln ;-):

Entleibung ist die Entsinnlichung des Körpers, die Enteignung menschlicher Sinnlichkeit. Sie setzt voraus, dass die Sinne selbst nutzbar gemacht sind, dass sie also in einer Beziehung stehen, die ihre Nützlichkeit als Form bietet, als Mittel und Vermittlung zwischenmenschlicher Verhältnisse.

Entleibung ist das Produkt eines Konsumverhältnisses. Sie geschieht durch Einverleibung und vollzieht sich in der Bedrängung des Lebens zum Zweck der Selbstwahrnehmung, dem Ausleben und Ableben von Gefühlen und Erregungen, die für sich keinen Sinn haben. In der Selbstfindung durch andere wird eine Identität gestiftet, die zwar menschlich erfüllt, weil gefüllt erscheint, die aber nicht wirklich menschlich sein kann, sich also nur vermittelst ihrer körperlichen Form erhält (siehe Körperfetischismus).

Die bürgerliche Kultur ist ein Ganzes solcher Entleibungen, ein systematischer Zusammenhang der Selbstentfremdung, Prothese einer Gesellschaft, die für den Menschen ohne sie sinnlos ist (siehe Kultur). In ihrer Entfaltung (siehe Logik der Kultur) befördert eine solche Gesellschaft eine Körperlichkeit, die sich in einem Volkskörper vereint, der sich gegen das Leben der Menschen selbst richtet (siehe auch Faschismus).
herold - 2006.01.27, 09:25

um es mit Miakas worten zu sagen: was täte man(n) bloß ohne google?...
twoblog - 2006.01.27, 09:33

Der Grosse Brockhaus, Herr Herold, Der Grosse Brockhaus ;-).
herold - 2006.01.27, 16:36

nette abschreibübung. hätten Sie gegoogelt, wäre Ihnen schnell klar geworden, dass herold selbstmordabsichten mit der mozartkugel geäußert hat.
sokrates2005 - 2006.01.27, 09:51

Auch wenn ich mich jetzt blamiere ...

ihr Musikbeispiel stammt von?
Ich würde auf Schumann tippen ...

herold - 2006.01.27, 10:22

nee, ist von mozart: klaviersonate köchelverzeichnis xxx...
müsste das raussuchen
sokrates2005 - 2006.01.27, 10:34

Naja ...

ich hab eh kein Knöchelverzeichnis zur Hand. Und selbstverständlich glaube ich ihnen auch ohne mitgelieferte Nummerierung.
herold - 2006.01.27, 16:27

dass Sie nicht in einem Ihrer kochbücher suchen würden, hat herold dabei ohnehin vorausgesetzt.
pazamaza - 2006.01.27, 11:26

also ich glaube mozart hätte ihm gefallen wie sich tausende touristen zwische mpozartkugeln und mozartkugeln sich nicht entscheiden können, wie man darum kämpft wer die besten macht

herold - 2006.01.27, 12:25

mögen Sie die kugeln?
pazamaza - 2006.01.27, 13:36

die von mozart nicht:)
Perdi - 2006.01.27, 13:39

rumkugeln?

(Im Moment noch nicht, aber heute Abend, nach dem Ball, vielleicht! ;o) )
herold - 2006.01.27, 15:26

tantchen ist heute leichtfüßig unterwegs?
Perdi - 2006.01.27, 16:40

Na schau ma mal! ;-)

herold - 2006.01.27, 16:45

na dann:

waidfraus heil!
Perdi - 2006.01.27, 17:26

Ob mir das,...

die Hirschkühe auch wünschen? *ggggg*
herold - 2006.01.27, 17:32

beim halali auf freier wildbahn kann darauf keine rücksicht genommen werden!
Perdi - 2006.01.27, 18:46

Na dann......

wollen wir mal hoffen, dass ein kesser Junghirsch dabei ist!

So,....und da ich ihren Kommentar oben, erst jetzt gelesen habe, es handelt sich um einen
Vibrator!!!
Brille - 2006.01.27, 14:48

Irgendwann läuft auch dieser Rummel sich tot.

herold - 2006.01.27, 15:15

spätestens zum jahresende!
caliente_in_berlin - 2006.01.27, 18:46

so gott will...
herold - 2006.01.28, 08:25

gott hat nerven wie stahlseile. *g*
caliente_in_berlin - 2006.01.28, 10:05

...woher wissen Sie?
herold - 2006.01.28, 10:10

so viel ist sicher.
Webcat72 - 2006.01.27, 20:28

verschreis nicht ... am End fängt Arnie sonst noch zu kompostieren komponieren an ...

herold - 2006.01.28, 08:32

irgendwas gegröltes - äh gesungenes - gibts von dem sicher schon.
Lo - 2006.01.27, 21:26

Fioline

Da drängt sich mir beim Thema Fioline
die Frage auf, ob bei dem raschen Tempo des Sittenverfalls noch immer das Verbot gilt, die Lustige Witwe im Stehen zu geigen?
Weiß da jemand etwas Neueres?

lo
auf der Saite liegend.

herold - 2006.01.28, 08:38

neueres:

diese operette heißt, spätestens seit sie von marikka röck malträtiert wurde, "die lästige witwe"
anna25bell - 2006.01.27, 21:27

der gute Herr Mozart soll ja selbst kein Kost veraechter gewesen sein und zu lebzeiten in saus und braus gelebt haben

herold - 2006.01.27, 21:53

er hatte ein sensibles händchen!
anna25bell - 2006.01.27, 21:55

wenn man allerdings des herrn barons weblog liest lernt man doch gleich was fuer ein netter der wolferl doch war !
herold - 2006.01.28, 07:51

genau:

und wenn man den herrn baron persönlich kennt, weiß man endlich, wie der hochadel heutzutage lebt.
anna25bell - 2006.01.27, 21:54

Jetz klick ich schon zum 10 mal auf ihren weblog um die suesse musik zu hoeren

herold - 2006.01.27, 22:06

hatte schon bedenken die musik zu integrieren!
anna25bell - 2006.01.27, 22:30

tun sie das ruhig immer , war eine nette sache . ich bitte aber darum mich nicht mit Rap Musik zu belaestigen
herold - 2006.01.27, 22:33

keine bange, herold bevorzugt klassische musik und jazz.
anna25bell - 2006.01.27, 23:11

weisst du was net waere wenn herr herold mir mal die nummer dieser piano sonata geben koennte??
herold - 2006.01.28, 07:42

speziell für annabell:

Rondo in A-Moll, KV 511
anna25bell - 2006.01.28, 13:50

Danke
DASTIERDA (Gast) - 2006.01.27, 23:43

Hach, so viel Kultura...
Was hätte da wohl Mozart gesagt.... sch... vielleicht?
;o))
Das Tier da ist schon wieder weg, will Mozartkugeln essen gehen

herold - 2006.01.28, 07:30

eine mozartkugel, und dazu die kleine nachtmusik:
"zum schpeiben", hätte er gesagt.
herold - 2006.01.28, 07:31

auf vielfachen wunsch:

es handelt sich bei der melodei um das
Rondo in A-Moll, KV 511

dastierda (Gast) - 2006.01.28, 09:41

huch, hats hier so sehr geschneit? Ist ja alles weiß... und so dick isser geworden, der Herold
Ich hoffe er ist gesund und hat keine dicken Mandeln?

herold - 2006.01.28, 11:27

möchte dastier kein foto von herold anfertigen, damit sich der leser ein bild von Ihrem eintrag machen kann? *g*
Perdi - 2006.01.28, 11:38

Ich bitte,....

davon abzusehen! ;o)
herold - 2006.01.28, 11:40

danke, tantchen!

herold weiß Ihr mitgefühl zu schätzen - muss in der familie liegen.
Perdi - 2006.01.28, 11:47

Da ich,...

die Physiognomie meiner Verwandtschaft kenne, wäre dies der Tod ihres Blogs! *ggggggg*
herold - 2006.01.28, 11:49

glaubt, dass es da sicher nix zum grinsen gibt, tantchen.
- andererseits: dastier gehört auch quasi zur familie. dastier würde sich deshalb sicher bemühen ....
dastierda (Gast) - 2006.01.29, 21:45

würde sich bemühen. Betonung liegt auf WÜRDE

die Würde??

Das so familiäre Tier da
SPIEGELei - 2006.01.28, 15:10

Grinsen

aus Mitleid - das wäre nun wirklich höchst unanständig.

Es sei denn, Herold gibt nur vor, nicht besonders ansehnlich zu sein. In Wirklichkeit ist er vielleicht von besonders vorzeigbarer Gestalt?

Dann wäre ein anerkennendes Grinsen
durchaus angebracht.

lo
gespannt.

herold - 2006.01.28, 16:14

ist kein kind von traurigkeit, es darf daher gegrinst werden.
;-)
Perdi - 2006.01.28, 17:45

Neffe kam mir,...

aber etwas konsterniert und des Lächelns abgeneigt vor.
Tantchen wird ihr Erbgut aufbessern.
herold - 2006.01.28, 18:09

@tantchen

neffe war der meinung, dass aufgrund des naheverhältnisses (und der zu erwartenden erbschaft) die positive grundhaltung seinerseits vorausgesetzt werden kann.
Lo - 2006.01.28, 18:13

TROSTWORT

Es gibt ein Leben nach dem Tod:
das Aufleben der Erben.

herold - 2006.01.28, 18:30

reine theorie, zumindest für mozarts erben. ;-)
Perdi - 2006.01.28, 19:36

und auch,....

für die meinen! ;o)
herold - 2006.01.28, 19:47

tantchen hat immer einen scherz auf lager ;-)
Perdi - 2006.01.28, 20:02

Ihnen,...

wird schon noch das Lachen vergehen. ;o)
herold - 2006.01.29, 10:07

tantchen wird schon dafür sorgen, dass das nicht so schnell passiert.
sokrates2005 - 2006.01.28, 23:47

Gerade ...

wollt ich es ihnen mitteilen, dass ihre Melodei das Rondo in A-moll ist. Wirklich sehr schön, das Teil. Man müsste es sich direkt ausdenken, wenn es nicht schon praktischerweise von Herrn Mozart komponiert worden wäre.

herold - 2006.01.29, 10:09

wer zu spät kommt, ....
trotzdem danke, vielleicht nächstesmal? ;-)

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